9. November 2013 Friedland

Das war Friedland…

Pressemitteilung vom 9. November 2013
Rassist_innen stoppen – Solidarität mit Flüchtlingen

Insgesamt rund 500 Menschen haben gestern in Friedland gegen einen Aufmarsch der NPD protestiert. Neben verschiedenen Mahnwachen und dem Friedensfest waren etwa 300 Antifaschist_innen in mehreren Gruppen im Ort unterwegs und gelangten so immer wieder an die Aufmarschroute. Mit lauten und kreativen Aktionen gelang es ihnen die Neonazis zu stören. „Wir freuen uns, dass so viele unserem Aufruf, die Rassist_innen zu stoppen, gefolgt sind“, sagte Sprecherin Julia Gärtner. „Das viele der Bürger_innen vom Friedensfest an die Naziroute gegangen sind, um gegen Menschenverachtung zu demonstrieren und die Nazis auszupfeifen, finden wir großartig. Vor einigen Jahren wäre so etwas in M-V kaum denkbar gewesen, da gibt es eine positive Entwicklung“. Die Bereitschaft verschiedener Bündnisse, Vereine und Einzelpersonen zusammen gegen Naziaufmärsche in M-V aktiv zu werden, bewertete sie als Erfolg der politischen Arbeit der letzten Jahre.

Scharfe Kritik äußerte Gärtner am Vorgehen der Polizei. Der polizeiliche Staatsschutz hatte, wie bereits im letzten Jahr in Wolgast, Busunternehmen angefragt, ob und wann sie Gegendemonstrant_innen befördern. Darüber hinaus führte die Polizei Vorkontrollen der Businsassen durch, die von einem Beamten mit Maschinenpistole begleitet wurden. Gärtner: „Hier wird ein völlig absurdes Szenario gezeichnet das durchaus geeignet ist, Menschen zu verängstigen und sie davon abzuhalten gegen Neonazis auf die Straße zu gehen. Die friedlichen Proteste beweisen, dass die Polizeiführung hier lediglich den legitimen Protest kriminalisieren will und keine Bedrohung von den Demonstrant_innen ausgeht!“. Auch das Verhalten einzelner Polizeieinheiten, wieder insbesondere der BFE-Einheiten (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit), kritisierte Gärtner. So berichteten Demonstrierende immer wieder, dass sie durch die Beamten vom Aufsuchen angemeldeter Mahnwachen im Stadtgebiet abgehalten wurden.

Die NPD-Demo richtete sich gegen ein geplantes Flüchtlingsheim in der Jahnstraße, in dem ab Anfang 2014 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. „Leider sind auch immer wieder Friedländer Bürger_innen in der Nazidemo mitgelaufen. Insgesamt blieb die Zahl der Teilnehmenden aber hinter den Erwartungen zurück“, so Gärtner weiter.

weitere Rückblicke des Tages:
Bilder

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Auf nach Friedland! – Rassist_innen stoppen!

Ein Jahr nach Wolgast heißt es nun wieder „gemeinsam, entschlossen, entgegen“. Diesmal geht es am 09.11.13 nach Friedland. Wie ihr dahin kommt? Natürlich mit dem Bus. Die Tickets gibt es ab heute, 21:00, im Ikuwo (Goethestr. 1) und ab Donnerstag im Infoladen Analog (Klex, Lange Straße 14). Unter anderem werden wir euch hier auf dem laufenden halten. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf rassistenstoppen.blogsport.eu. Bleibt im Bilde!

Wem das hier aber an Infos nicht ausreicht, der ist herzlich zur Infoveranstaltung am kommenden Donnerstag, 07.11.2013, um 19:00 eingeladen. Wie immer wird es dort die letzten Informationen geben.

Also auf nach Friedland! – Kein Fussbreit den Rassist_innen!- gemeinsam, entschlossen, entgegen!

Aufruf und zusätzliche Informationen

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Aufruf: Es geht wieder los!

Im vergangenen Jahr fuhren wir am 09. November gemeinsam nach Wolgast, um der rassistischen Hetze von NPD und Freien Kräften etwas entgegenzusetzen. Solidarisiert euch auch dieses Jahr und kommt mit uns nach Friedland!

Rassist_innen stoppen… 

Bereits im vergangenen Jahr versuchte der Landesverband der NPD durch einen Fackelmarsch den   09. November und somit das Datum der Reichspogromnacht erneut mit Rassismen zu besetzen und gezielt gegen Flüchtlinge zu hetzen. Für dieses Jahr wurde nun für den 9. November ein Aufmarsch in Friedland angemeldet.

1938 von den Nazis als spontaner “Ausbruch des Volkszorns” inszeniert, markiert dieses Datum den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden in der nationalsozialistischen Einflusssphäre. Unzählige jüdische Geschäfte wurden angegriffen und 1.400 Synagogen zerstört. 400 Menschen fielen den Ereignissen unmittelbar zum   Opfer und 30.000 Jüdinnen und Juden wurden im Zusammenhang mit den Novemberpogromen in Konzentrationslager deportiert.

2013 startete die NPD ihren Bundestagswahlkampf mit einer „Anti-Asyl-Tour”, rassistische Bürgerinitiativen hetzen vielerorts gegen die Unterbringung von  Flüchtlingen. Dabei gehen Bürger_innen oftmals Hand in Hand mit aktiven Neonazis oder bieten einen willkommenen Anknüpfungspunkt für deren menschenverachtende Propaganda. Dass es nicht bei bloßer Hetze bleibt, zeigt die stark zunehmende rassistische Gewalt. Allein im vergangenen Monat kam es zu Brandanschlägen auf die Flüchtlingslager in Güstrow, Gemünden und Wehr, auf ein von Roma-Familien bewohntes Haus in Duisburg sowie ein Sinti und Roma – Zentrum in Oldenburg.
Der in breiten Teilen gesellschaftlich getragene rassistische Konsens wird durch die herrschende Politik mit höheren Mauern um die Festung Europa und einer grundsätzlichen Verweigerungshaltung gegenüber Asylsuchenden seitens der Nationalstaaten, die sich in rassistischen Sondergesetzen und rassistischen Kontrollen niederschlagen, mitgetragen und unterstützt.

Solidarität mit Flüchtlingen…

Dem gegenüber stehen dieser Tage tausende Menschen, die in Städten wie Rostock, Hamburg und   Berlin auf die Straße gehen, um gemeinsam mit ihnen auf die Lebensrealität von Flüchtlingen,   sprich einen rassistischen Alltag und einem Leben im Verborgenen, aufmerksam zu machen.   Abgelegene und überfüllte Flüchtlingslager, Gutscheine statt Bargeld, Arbeitsverbote, keine Bewegungsfreiheit und ständig drohende Abschiebungen – die Grundpfeiler der deutschen Asylgesetzgebung. Vielerorts versuchen Flüchtlinge durch Protestcamps, Demonstrationen und Hungerstreiks gegen diese diskriminierende Gesetzgebung anzukämpfen. Diesen Kämpfen gilt es sich anzuschließen, rassistischer Hetze etwas entgegenzusetzen und für gleiche Rechte für alle zu kämpfen!

Auch in Friedland erwartet die Geflüchteten ein Lager anstelle freier Wohnortwahl. Angesichts   dieser Zustandsbeschreibung und mit dem Wissen um die Umstände, unter denen die   Schutzsuchenden in Deutschland leben müssen, dürfen wir nicht zulassen, dass anstelle einer solidarischen Willkommenskultur das regressive Weltbild der Rassist_innen tritt.

Für ein Leben in Freiheit und Würde für alle Menschen! Lasst uns deshalb am 09. November 2013 gemeinsam nach Friedland fahren!
Wir erklären uns solidarisch mit allen, die sich dem Aufmarsch der Nazis entgegenstellen.   Solidarisieren wir uns mit Flüchtlingen und all denjenigen, die sich an den aktuellen   Flüchtlingsprotesten beteiligen!

Say it loud and say it clear! Refugees are welcome here!

Informationsveranstaltungen:

Rostock:
Montag, den 04.11. | 20.00 Uhr | Café Median

Greifswald:
Donnerstag, den 07.11. | 19.00 Uhr | IKuWo

Ticketverkauf:

In Greifswald startet bereits heute der Ticketverkauf für all diejenigen, die gemeinsam mit uns nach Friedland fahren wollen.
Ab 21.00 Uhr könnt ihr euch im IKuWo (Goethestraße 01) die Tickets am Tresen abholen.

In den kommenden Tagen wird der Verkauf  während der Öffnungzeiten des Infoladen Analog (Klex, Lange Straße 14) stattfinden.

Diens­tag 15-18 Uhr
Don­ners­tag 16-19 Uhr
Sams­tag 17-20 Uhr

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Keine NPD-Demo in Friedland!

Wo: Friedland (MV, zwischen Neubrandenburg und Anklam)

Weitere Infos folgen!

weitere Links:
ino
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