29.03.11 Antifaschistische Aktion Greifswald

Pressemitteilung der AAG zum 1.Mai in Greifswald

Die Antifaschistische Aktion Greifswald kündigt Proteste gegen die Neonazidemonstration am 1. Mai in Greifswald an. „Wir werden alles daran setzen den Aufmarsch zu behindern und wenn möglich sogar zu verhindern“, so Pressesprecherin Claudia Schneider Greifswald gilt entgegen dem von Neonazis dominierten Umland als eher alternativ geprägte Stadt, in der es die NPD nicht leicht hat, sich zu profilieren. „Es liegt an uns, mit vielfältigen und kreativen Protesten die Sonderstellung, die die Hansestadt entgegen dem braunen Vorpommern einnimmt aufrecht zu erhalten und mit dem ersten Mai auszubauen!“, so Claudia Schneider weiter.

Der Aufmarsch soll laut NPD-MV unter dem Motto „Unsere Heimat – unsere Arbeit! Fremdarbeiterinvasion stoppen.“ stehen. Dabei setzt die neonazistische Partei wie schon in der Vergangenheit darauf, soziale Ängste bei den Bürger_innen zu schüren und diese mit rassistischen Schuldzuweisungen gegenüber Menschen aus Osteuropa zu beantworten. Sie erhofft sich davon einen Stimmgewinn für die Landtagswahl im September.
Besonders brisant ist die angemeldete Route des NPD-Aufmarsches: Der Startpunkt liegt in unmittelbarer Nähe zum Flüchtlingsheim in der Spiegelsdorfer Wende. Dazu sagt Claudia Schneider: „Der Auftaktort der Neonazidemonstration in unmittelbarer Nähe zum Flüchtlingsheim ist eine bodenlose Provokation und dient den Neonazis als Aufhänger für ihre Hetze gegen Migrant_innen, die sie für die sozialen Probleme verantwortlich machen.“. Weiter führt Claudia Schneider deutlich aus: „Schon allein aus Solidarität zu den Flüchtlingen darf der rassistische Aufmarsch sich keinen Meter vom Startpunkt weg bewegen!“
Erfreulich hingegen ist, dass die Greifswalder Öffentlichkeit derart schnell kritisch auf die Anmeldung der Neonazis reagiert und sich mögliche Gegenmaßnahmen bereits in Planung befinden. Die Äußerungen des Dompfarrers Gürtler und der Stadtjugendringmitarbeiterin Yvonne Görs sind ein richtiges Signal auf dem Weg, den Neonazis den Aufmarsch in Greifswald so schwer wie möglich zu machen. Claudia Schneider dazu: „Wir hoffen, dass die Bevölkerung Greifswalds sich ähnlich wie in anderen Städten dazu aufrafft, dem Aufmarsch mit Blockaden entgegen zu treten. Bloße Symbolveranstaltungen, wie Demokratiefeste fern ab des Geschehens helfen den Neonazis lediglich bei der ungestörten Inszenierung ihrer menschenverachtenden Ideologie.“

Als Anmelder der rechten Veranstaltung tritt der NPD´ler Michael Grewe auf. Dieser wurde im vergangenen Jahr wegen eines brutalen Überfalls auf nicht-rechte Jugendliche in einem Regionalzug in Pölchow vom Landgericht Rostock zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.Es ist zu vermuten, dass auch der Greifswalder Neonazi, Frank Klawitter, der laut dem Internetportal „Blick nach rechts“ leitende Funktionen im NPD-Ordnerdienst innehat, maßgeblich an der Organisation des rechten Aufmarsches beteiligt ist.
Die Antifaschistische Aktion Greifswald plant ebenfalls ein Aktionsbündniss gegen den Aufmarsch ins Leben zu rufen. „In welchem Bündnis sich die Menschen engagieren, ist uns egal, solange sie sich direkt und konsequent gegen den Aufmarsch wenden und keine reine Symbolpolitik betreiben. Wir rufen alle Greifswalder_innen dazu auf, sich gegen den Aufmarsch der Neonazis zu engagieren und Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen!“
https://systemausfall.org/~poelchow-prozess/?p=150
http://www.bnr.de/content/politik-und-folklore

Antifaschistische Aktion Greifswald