Pressemitteilung: Zur Verhandlung am Amtsgericht gegen den rechtsradikalen Greifswalder Studenten Marcus G. am 16.12.2013

Am Montag den 16.12. um 13:30 Uhr findet am Amtsgericht Greifswald wegen des Vorwurfs der Körperverletzung eine Verhandlung gegen den Greifswalder Nazikader Marcus G. statt. Dieser soll am 29.7.2013 am Rande einer NPD-Kundgebung einen Gegendemonstranten mittels eines Fußtritts verletzt haben.

Am 29.7. diesen Jahres machte die NPD im Rahmen ihrer sogenannten „Anti-Asyl-Tour“ auf dem Greifswalder Markt halt. Mit im Gepäck waren etwa 20 meist junge, männliche Nazisympathisanten, die die Kundgebung, notfalls mit dem Mittel der körperlichen Gewalt, störungsfrei halten sollten.
Dennoch entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit eine antifaschistische Gegenkundgebung, die mit Trillerpfeifen und Sprechchören versuchten die rassistische Hetze der NPD zu übertönen.

Nachdem es zu einem Eierwurf in Richtung der NPD-Kundgebung kam, verloren die Nazis, unter ihnen der Student Marcus G., die Nerven und begannen die gezielte Jagd auf Gegendemonstrant*innen.

Im Rahmen dessen trat Marcus G. einem Angehörigen des Studentenparlamentes mutwillig gegen das Knie. Dabei verletzte er ihn so stark, dass dieser stürzte und nach ersten Diagnosen einen Kreuzbandriss davon trug. Marcus G. dementierte in der Folge sofort sein agressives Agieren, irgendjemanden angegriffen haben zu sollen. Stattdessen verwies er darauf, selbst angeblich Opfer eines Angriffs gewesen zu sein und nur in dem Affekt einer Notwehrsituation gehandelt zu haben.

Dies erwies sich aufgrund vieler Zeug*innenaussagen sowie einem Video, das den Vorfall dokumentiert, sehr bald als Lüge und reine Schutzbehauptung. Der Greifswalder Student Marcus G. gilt als Führungsfigur der lokalen Naziszene. Er und seine Kameradschaft „NSG“ ( Nationale Sozialisten Greifswald) wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Sachbeschädigungen und Gewalttaten gegen Antifaschist*innen in Verbindung gebracht, was bisher jedoch, trotz vieler Indizien, nie zweifelsfrei bewiesen werden konnte.

Marcus G. ist bei nahezu jeder Aktion der Nazis in Vorpommern anwesend. Er provoziert auf Veranstaltungen, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen, versucht Wahlkampfveranstaltungen der demokratischen Parteien zu stören und ist mit seinen Kameraden darin bestrebt in der Stadt ein Klima der Einschüchterung bei denen zu erzeugen, die sich gegen Nazis engagieren.
Zuletzt trat Marcus G. bei NPD-Aufmärschen in Friedland und Berlin in Erscheinung. Dort wurden aus der Demonstration heraus Journalisten angegriffen und verletzt.

„Dass Anhänger*innen der NPD Gewalt gegen Andersdenkende begehen, ist für uns keine Überraschung, schließlich ist die Gewalt elementarer Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie.“, erklärt dazu der Pressesprecher des Bündnisses Greifswald Nazifrei Benjamin Pfeiffer. „Eine Verurteilung von Marcus G, der stets behauptet hat, dass Gewalt für ihn kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sei, wäre deshalb begrüßenswert, um die Öffentlichkeit wieder mal über den wahren Charakter der NPD und ihrer Anhänger*innen aufzuklären. Bei der NPD handelt es sich mitnichten um eine „ganz normale“ Partei. Sie missbraucht das System der parlamentarischen Demokratie, um ihre menschenverachtende Propaganda zu verbreiten.“

Das Bündnis Greifswald Nazifrei ruft für die Zeit der Verhandlung zu einer antifaschistischen Kundgebung vor dem Amtsgericht auf, um Solidarität mit den Opfern von rechter Gewalt zu zeigen und gleichzeitig ein Zeichen gegen Nazis und ihre Gewalt zu setzen.Es ist zu erwarten, dass auch Nazis zum Prozess erscheinen werden, um eine Atmosphäre der Angst zu erzeugen. Daher ruft das Bündnis außerdem dazu auf, an der öffentlichen Verhandlung (Beginn 13:30Uhr) teilzunehmen, um Solidarität mit dem Betroffenen zu zeigen.
Die antifaschistische Kundgebung unter dem Motto „Für Demokratie und gegen Nazigewalt“ ist für die Zeit von 12:00-16:00 Uhr angemeldet.

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