Massenblockaden sind legitim und notwendig!

Pfarrer Mathias Gürtler aus Greifswald

Pfarrer Mathias Gürtler aus Greifswald

Wir freuen uns sehr, dass Pfarrer Mathias Gürtler aus Greifswald, sein Stralsunder Kollege Reinhart Haack sowie der Rostocker Pastor Johannes Wolf gestern einen Text des Bündnisses „Greifswald Nazifrei“ unterzeichneten. In dem die Bevölkerung dazu aufgerufen wird, den Neonaziaufmarsch am ersten Mai in Greifswald zu blockieren und uns somit beim unserem Anliegen der friedlichen Massenblockaden unterstützen.

hier der unterzeichnete Text:

„Massenblockaden sind legitim und notwendig!“

Wenn Neonazis zu Hunderten durch die Straßen ziehen, um ihr
menschenverachtendes Gedankengut zu verbreiten, dann dient dies nicht
nur der Meinungskundgebung. Mit ihren Aufmärschen wollen sie auch ihre Erfolge im „Kampf um die Straße“ beweisen und öffentlichen Raum erobern. Insbesondere die NPD legt ihre Demonstrationen so an, dass sie ein Mittel der Propaganda und der Wähler_innengewinnung sind. Der Charakter ist zumeist friedlich, diszipliniert, es werden Reden an viel frequentierten Orten gehalten, doch kommt es auch am Rande immer wieder zu Angriffen auf Andersdenkende. Unseres Erachtens nach müssen Neonazidemos auch deshalb verhindert werden, damit diese Propaganda nicht bis zu den Menschen kommt. Mit ihren Aufrufen zu Rassismus und Fremdenhass stellen sie sich gegen die Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens die Würde aller Menschen!

Deshalb ist es nicht legitim, dass ihnen die Straße überlassen wird, um ihre Hetzpropaganda zu verbreiten. Und es ist ebenfalls inakzeptabel, das Treiben der Nazis zu ignorieren! Vielmehr ist es wichtig, dass sich große Teile der Bevölkerung den Aufmärschen in den Weg stellen und diese blockieren!

Friedliche Massenblockaden sind eine Form des zivilen Ungehorsams. Dabei wird lieber dem Gewissen gehorcht, als jede formale Regel einzuhalten. Auch Sitzblockaden stehen grundsätzlich unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit; es kann lediglich eine Ordnungswidrigkeit darstellen, sich nach dreimaliger Aufforderung nicht von ihnen zu entfernen. Eine friedliche, von weiten Bevölkerungsteilen getragene Regelübertretung ist aber legitim und notwendig, um eine Wiederkehr des Nationalsozialismus zu verhindern. Dabei beanspruchen die Teilnehmenden kein Sonderrecht für sich, sondern zeigen Zivilcourage. Gewissenhaft handelt, wer eine Ordnungswidrigkeit in Kauf nimmt, um für die Menschenwürde aller einzutreten. Deshalb wollen wir uns gemeinsam friedlich den Nazis in den Weg stellen.

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